Tödi Nordwestwand
Ich schlage mit dem Eisgerät zum dritten Mal bestimmt zu und erneut splittert nur ein großer Teller ab, der nach unten saust. Ich kann nur hoffen, dass er Maumau beim Sichern verfehlt. Der Pickel hält ein wenig, aber nicht so, dass ich mich daran hochziehen möchte. Und schon wieder rasselt es von oben. Erneut bücke ich den Kopf und warte ab, bis der Spindrift vorbei ist und ich weiter klettern kann. Langsam beginnt auch der Kuhnagel einzusetzen. Die einzige restliche Eisschraube will ich für den nächsten Stand aufbewahren, den ich strategischerweise erst in ca. 10 Metern machen sollte, die letzte sehe ich schon längst nicht mehr. Das Eis ist hart und splittrig. Die Hände taub. Der Kopf müde und stur. Und so hänge ich hier mitten in einer steilen, kalten Nordwand und verspreche mir erneut, mir so etwas nie wieder anzutun.
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